Fonds-ABC

Fonds-ABC

KAG

Abkürzung für Kapitalanlagegesellschaft, siehe Investmentgesellschaft.


KAGG

Siehe Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften.


Kapitalanlagegesellschaft

Offizielle Bezeichnung für Investmentgesellschaften. Institution zur Verwaltung von Investmentfonds, die aus Wertpapieren (Wertpapierfonds) oder auch Immobilien (Immobilienfonds) gebildet werden.


Kapitalbindungsdauer

Auch: Duration.
Die Kapitalbindungsdauer gibt den Zeitpunkt an, zu dem ein Anleiheinvestor Zinsänderungen gegenüber unempfindlich ist. Beispiel: Bei sinkenden Zinsen steigt zwar der Kurs der Anleihe, die Kupons der Anleihe können aber nur zu einem niedrigeren Zinssatz angelegt werden. Der Zeitpunkt, zu dem sich diese beiden Effekte ausgleichen, ist die Kapitalbindungsdauer.


Kapitalertragsteuer

Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer.

Regelung bis zum 31.12.08 und letztmalig für die Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2008, die in 2009 erstellt wird, gelten folgende Regeln:

Einkünfte aus Investmentanteilen unterliegen normalerweise keiner Kapitalertragsteuer. Lediglich bei der Ertragsausschüttung oder Thesaurierung des Fonds wird auf den Dividendenanteil 25 % Kapitalertragsteuer erhoben. Bei Investmentanteilen gilt dies aber nicht für ausgeschüttete bzw. thesaurierte Zinserträge. Bei den Zinsen und anderen zinsabschlagsteuerpflichtigen Anteilen der Ausschüttung/Thesaurierung wie etwa Mieterträgen ist Zinsabschlagsteuer einzubehalten, falls kein Freistellungsauftrag vorliegt.


Kapitalmarkt

Der Kapitalmarkt umfasst den Markt für langfristige Kredite (Rentenmarkt) und Beteiligungskapital (Aktienmarkt) und dient Unternehmen und staatlichen Institutionen zur Finanzierung von Investitionen.


Kapitalmarktzinsen

Zins für langfristige Geldanlagen auf dem Kapitalmarkt.


KGV

Siehe Kurs-Gewinn-Verhältnis.


Konsenserwartungen

Am Markt durchschnittlich herrschende Erwartungen.


Konsolidierung

Stabilisierung der Kursentwicklung an der Börse nach stärkeren Schwankungen.


Körperschaftsteuerguthaben

Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer.

Regelung bis zum 31.12.08 und letztmalig für die Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2008, die in 2009 erstellt wird, gelten folgende Regeln:

Aktionäre erhalten beim Bezug von Dividenden eine Steuergutschrift über die abgezogene Körperschaftsteuer. Bei deutschen Investmentfonds mit deutschen Dividendenerträgen ist dies ähnlich. Dem Anleger wird dieses Steuerguthaben ebenfalls bescheinigt. Das Steuerguthaben beträgt 3/7 der im Fondsertrag enthaltenen inländischen Dividendenanteile. Das Steuerguthaben kann im Rahmen der Einkommen- oder Körperschaftsteuerveranlagung geltend gemacht werden. Bei rechtzeitiger Vorlage einer Nichtveranlagungsbescheinigung oder eines Freistellungsauftrags wird das Steuerguthaben sofort mit der Ausschüttung bzw. Thesaurierung gutgeschrieben. Auch dann sollte das Guthaben in der Anlage KSO angegeben werden, da sich der Solidaritätszuschlag nach der Einkommensteuer, abzüglich der gezahlten oder vergüteten Körperschaftsteuer, bemisst und die vergütete Körperschaftsteuer nur durch deren Angabe in der Anlage KSO berücksichtigt wird.


Korrelation

Beschreibt eine Zahl zwischen -1 und +1. Eine 0 bedeutet, dass der Fonds mit dem anderen Asset unkorreliert ist.


Kosten

Zu den Kosten einer Investmentanlage gehören Ausgabeaufgeld, Verwaltungsvergütung, Depotbankvergütung und sonstige Kosten (zum Beispiel Kosten für Berichterstattung, Depotgebühren).


Kostenarten beim Fondskauf

Wenn Sie einen Fondsanteil kaufen, können verschiedene Kostenarten anfallen: 

Ausgabeaufschlag

Verwaltungsvergütung

Depotbankvergütung

Depotgebühr

Erfolgsabhängige Vergütung



Total Expense Ratio (TER)


Kumulativeffekt

Siehe Wiederanlage.


Kupon

Einem festverzinslichen Wertpapier oder einer Aktie beigefügter Zins- oder Dividendenschein.


Kurs

Preis für Anteile von Anlagefonds, die an einer Börse notiert oder außerbörslich gehandelt werden. Der Kurs basiert auf Angebot und Nachfrage auf dem Markt.


Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Engl.: Price-Earnings-Ratio (PER). Bei dem KGV handelt es sich um eine Rentabilitätskennziffer, die im Rahmen der Aktienanalyse errechnet wird. Mit dem KGV wird zum Ausdruck gebracht, mit welchem Vielfachen des Jahresgewinns eine Aktie an der Börse bewertet wird (d. h. wie oft der Gewinn im Aktienkurs enthalten ist).

Berechnung:
KGV = Aktienkurs (in Euro) / Gewinn pro Aktie (in Euro)

Der Gewinn je Aktie setzt sich zusammen aus dem Gesamtgewinn der Aktiengesellschaft (AG), bezogen auf eine Aktie. Zur Berechnung des Gewinns je Aktie hat die DVFA (Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Anlageberatung) eine feste Gewinndefinition zum Zweck der Analyse entwickelt. Der Grund für diesen festen Gewinnbegriff ist, periodenfremde, außerordentliche und sonstige Sondereinflüsse auszuschalten.

Das KGV ist eines der am gebräuchlichsten Instrumente bei der Beurteilung von Aktien. Mit ihm ist es möglich, Aktien mit verschiedenen Kursen zu vergleichen. Mit dem KGV hat man eine Kennziffer, die es erlaubt, Aussagen über die Preiswürdigkeit einer Aktie zu machen. Hierbei vergleicht man das Einzel-KGV (KGV je Aktie) mit dem Gesamtmarkt-KGV. Aktien, die ein geringeres KGV haben als der Durchschnitt des gesamten Aktienmarktes, werden als preiswert eingestuft.


Länderfonds

Aktienfonds, die in ihrem Anlagerahmen ausschließlich ein bestimmtes Land bzw. mehrere, unter bestimmten Gesichtspunkten zusammenfügbare Staaten berücksichtigen, wie z. B. Frankreich-, Großbritannien- oder Italien-Fonds.


Large Caps

Dies sind große Unternehmen mit hoher Börsenkapitalisierung („large capitalization”). Im Gegensatz dazu werden Unternehmen mit kleiner Börsenkapitalisierung als Small Caps bezeichnet.


Laufzeit

Bei festverzinslichen Wertpapieren, Anleihen und Krediten die Zeit von der Auflegung bis zum Verfall bzw. zur Rückzahlung.


Laufzeitfonds

Diese Fonds sind im Gegensatz zu den geläufigen Fondsarten mit einer Endfälligkeit ausgestattet. Der Fonds legt die Gelder der Anleger in festverzinslichen Wertpapieren mit festgelegten Fälligkeiten für ein zukünftiges Datum (meist Endfälligkeit des Fonds) fest. Dabei muss er die während der Zeichnungsfrist aktuellen Marktrenditen einkaufen, die für die vorgesehene Laufzeit gültig sind. Wenn der Marktzins sinkt, wird der Fonds geschlossen, da sonst die in Aussicht gestellten Renditen nicht eingehalten werden können. Somit lässt sich der Rückzahlungsbetrag zu dem vorgegebenen Zeitpunkt relativ sicher kalkulieren.


Leitzinsen

Englisch: Central Rates. Von den Zentralbanken festgelegter Zinssatz des Hauptrefinanzierungsinstruments. Leitzinserhöhungen führen in der Regel zu steigenden Kapitalmarktzinsen. Zu Leitzinsen gehören der Diskont- und der Lombardsatz.


Liquidität

Mittelzuflüsse, die nicht sofort in Wertpapiere bzw. Immobilien investiert werden können, werden in liquiden Mitteln (Barvermögen) angelegt. Auch für Bauvorhaben bei Immobilienfonds werden Mittel vorübergehend in liquiden Mitteln angelegt.

Brutto-Liquidität:


Die Brutto-Liquiditätsquote beschreibt die Gesamtliquidität des Fonds, d. h. den aktuellen Gesamtbestand an liquiden Mitteln (ungeachtet, ob gebunden oder nicht), und setzt sich aus der Summe von Bankguthaben, Termingeldern und Wertpapieren zusammen.

Höchstliquidität:


Die gesetzliche Höchstliquidität beträgt 49 % des Fondsvermögens.
Bei der Berechnung dieser Grenze sind folgende gebundene Mittel abzuziehen: Mittel zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen laufenden Bewirtschaftung; für die nächste Ertragsausschüttung vorgesehene sowie die zur Erfüllung von Verbindlichkeiten aus rechtswirksam geschlossenen Grundstückskauf- und Bauverträgen sowie aus Darlehensverträgen erforderliche Mittel, sofern die Verbindlichkeiten in den folgenden zwei Jahren fällig werden.

Gesetzliche Mindestliquidität:


Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestliquidität eines Offenen Immobilienfonds beträgt 5 % des Fondsvermögens. Die Kapitalanlagegesellschaft hat sicherzustellen, dass die Mindestliquidität täglich verfügbar ist.

Netto-Liquidität:


Die Berechnung der Netto-Liquidität folgt der Berechnung der Höchstliquidität - also Abzug der "gebundenen" Mittel - ohne Abzug der 5 % Mindestliquidität.

Freie Liquidität:


Die Liquidität, die nach Abzug aller reservierten bzw. zweckgebundenen Mittel (siehe Höchstliquidität) sowie abzüglich der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestliquidität, gehalten wird. Abhängig von der jeweiligen Strategie des Fonds, kann zusätzlich eine sogenannte strategische Liquiditätsquote in Abzug gebracht werden.


Luxemburger Fonds

Luxemburger Fonds werden von Luxemburger KAGs nach Luxemburger Recht aufgelegt. Das luxemburgische Investmentgesetz gibt den dort ansässigen Fondsgesellschaften etwas mehr Freiheiten als das deutsche. So können beispielsweise in Luxemburg Garantiefonds aufgelegt werden.


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