Abgeltungsteuer
Die Abgeltungsteuer ist eine Steuer auf sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen, die regelmäßig bereits durch eine depotführende inländische Bank oder Kapitalanlagegesellschaft erhoben wird.
Das Wichtigste in Kürze:
- Die Abgeltungsteuer gilt ab dem 1. Januar 2009.
- Sämtliche Kapitalerträge werden ab 2009 mit 25 % besteuert, zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
- Betroffen sind Zinsen, Dividenden, Gewinne aus Wertpapierverkäufen und Termingeschäften.
- Spekulationsfrist und Freigrenze für Spekulationsgewinne entfallen.
- Abschaffung des Halbeinkünfteverfahrens für (aus Investmentfonds) ausgeschüttete Dividenden.
- Die Abgeltungsteuer wird auf alle Kapitalerträge oberhalb des neuen Sparerpauschbetrags von 801,00 Euro für Alleinstehende und 1.602,00 Euro für zusammen veranlagte Ehepaare erhoben. Liegt der persönliche Steuersatz unter 25 %, besteht die Möglichkeit, die Einkünfte aus Kapitalvermögen nachträglich mit diesem niedrigeren Satz zu versteuern. Die Differenz wird vom Finanzamt auf Antrag erstattet.
- Verluste aus Kapitalvermögen sind nicht mit Einkünften aus anderen Einkunftsarten verrechenbar.
- Nicht betroffen sind u. a. vermietete Immobilien, Riester-/Rürup-Verträge oder physische Anlagen (wie z. B. Edelmetalle).
Absicherung
Auch: Hedging. Da die Kurse der Aktien, Renten und Devisen Schwankungen unterliegen, wird diese Strategie genutzt, um das Investmentrisiko abzusichern. In diesem Zusammenhang werden üblicherweise Futures oder Options genutzt.
Ad-hoc-Publizität
Verpflichtung eines Unternehmens, dessen Wertpapiere im amtlichen Handel oder im geregelten Markt an einer Wertpapierbörse gehandelt werden, der Öffentlichkeit nicht bekannte kursrelevante Tatsachen unverzüglich mitzuteilen.
Agio
Das Agio (Aufgeld) ist die Differenz zwischen dem Nennwert eines Wertpapieres und dem tatsächlich zu zahlenden höheren Kurs. Meist wird das Aufgeld als Prozent-Wert ausgedrückt.
Aktie
Wertpapier, in dem das Anteilsrecht an einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft ist. Der Inhaber einer Aktie (Aktionär) ist Miteigentümer an den Vermögenswerten des Unternehmens und am Gewinn (Dividende) beteiligt – aber auch an Kursrückschlägen. Langfristig gesehen übertrifft die Rendite von Aktien jedoch die der meisten Vermögensanlagen.
Aktienanalyse
Die Aktienanalyse ist ein Verfahren zur Bewertung der Ertragskraft eines Unternehmens bzw. der Kurschancen der entsprechenden Aktie. Sie dient als Entscheidungsgrundlage für den Kauf bzw. Verkauf von Aktien.
Aktienfonds
Investmentfonds, der überwiegend in Aktien anlegt. Aktienfonds sind für Sparer mit dem primären Ziel „Wertsteigerung” interessant. Sie tragen zwar ein etwas größeres Risiko, haben dafür aber auch größere Chancen auf Wertsteigerung. Aufgrund der breiten Anlagestreuung eines Aktienfonds ist die Anlage in Aktienfondszertifikaten sicherer als eine Direktanlage. Außerdem kann der Anleger seinen Aufwand an Fachwissen, Zeit und entsprechendem Vermögen im Vergleich zur Direktanlage geringer halten. Bei Aktienfonds kann man eine Reihe von verschiedenen Anlageschwerpunkten unterscheiden, so z. B. Fonds, die nur Aktien einer bestimmten Branche, eines bestimmten Landes, bestimmter Regionen oder eines bestimmten Börsenindexes erwerben.
Aktiengesellschaft
Kapitalgesellschaft, deren Gesellschafter über den Kauf von Aktien am Grundkapital beteiligt sind. Für Verbindlichkeiten des Unternehmens haften die Gesellschafter bis zur Höhe ihrer Beteiligung. Mit seinem Stimmrecht in der Hauptversammlung der AG hat der Aktionär die Möglichkeit, auf Unternehmensentscheidungen in begrenztem Umfang einzuwirken. Auf Hauptversammlungen wird u. a. über die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat, die Verwendung des Bilanzgewinns und die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat entschieden.
Aktienindexfonds
Aktienfonds (siehe Indexfonds), der einen anerkannten Aktienindex (z. B. DAX, Dow Jones) nachbildet.
Aktienkurs
Preis einer Aktie, der sich nach Angebot und Nachfrage richtet und sich dementsprechend börsentäglich ändern kann. Angebot und Nachfrage werden beeinflusst durch die gesamtwirtschaftliche Situation, die Branchenperspektive, die Gewinn- und Zukunftsaussichten der Aktiengesellschaft, aber auch durch Währungsschwankungen u. v. m.
Aktienmarkt
Allgemeine Bezeichnung für sämtliche Organisationsformen des Aktienhandels. Der Aktienhandel findet börslich (Parketthandel) oder außerbörslich (Telefonhandel und Xetra-Handel) statt. Der Aktienmarkt in Deutschland unterscheidet den amtlichen Handel, den geregelten Markt, den Freiverkehr sowie seit Anfang 1997 den Neuen Markt.
Aktives Fondsmanagement
Dieser Investmentansatz geht davon aus, dass eine Fondsgesellschaft durch ihr professionelles Analyse- und Bewertungswissen in der Lage ist, fehlbewertete Titel rechtzeitig zu erkennen und zu kaufen bzw. zu verkaufen, bevor der breite Markt darauf reagiert und der Kurs sich entsprechend anpasst. Dazu werden durch den Fondsmanager oder Analysten einerseits die Zahlen eines Unternehmens sehr genau analysiert, andererseits wird in Einzelgesprächen die Unternehmensleitung über die augenblickliche wirtschaftliche Situation, die Strategie und den Ausblick für das Unternehmen befragt. oeber aktiv verwaltete Fonds können Anleger auch in Wirtschaftsbranchen oder Zukunftsthemen investieren, für die es derzeit keine gängigen Indizes gibt. Aktiv gemanagte Fonds eignen sich vor allem für kurzfristige spekulative und mittelfristige Anlagen mit einem Anlagehorizont bis zu 15 Jahren.
(Gegenteil: Passives Fondsmanagement)
Altersvorsorge-Sondervermögen (AS)
Investmentfonds, die sich besonders zur Altersvorsorge eignen. Alle Fonds, die das Siegel AS tragen, gehören dazu. Sie zielen auf überdurchschnittliche Wertsteigerung bei vertretbarem Risiko und legen die Gelder der Investmentsparer überwiegend in Aktien und Offenen Immobilienfonds an. Sie bieten Sparpläne über mindestens 18 Jahre oder bis zum 60. Lebensjahr sowie Auszahlpläne, mit denen sich der Anleger quasi eine „zweite Rente” schafft. AS können mit Versicherungsschutz kombiniert werden.
Analyst
Eine Person, die bestimmte Aktienmärkte oder Branchen untersucht sowie in Bezug auf die Aktien spezifischer Unternehmen an diesen Aktienmärkten oder Marktsektoren Kauf- oder Verkaufsempfehlungen abgibt. Grundlage für diese Empfehlungen ist eine Kombination aus Research, Wirtschaftsdaten sowie regelmäßigen Unternehmensbesuchen.
Anlage AUS
Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer.
Regelung bis zum 31.12.08 und letztmalig für die Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2008, die in 2009 erstellt wird, gelten folgende Regeln:
Weisen deutsche Investmentfonds ausländische Bruttobeträge aus, auf die eine anrechenbare ausländische Quellensteuer entfällt, muss der Anleger im Rahmen seiner Steuererklärung zusätzlich die Anlage AUS ausfüllen. Dann wird ihm diese Steuer angerechnet bzw. auf Wunsch bei der Ermittlung des Gesamtbetrages seiner Einkünfte abgezogen.
Anlage KAP
Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer.
Regelung bis zum 31.12.08 und letztmalig für die Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2008, die in 2009 erstellt wird, gelten folgende Regeln:
In der Anlage KAP werden im Rahmen der Steuererklärung die Einkünfte aus Kapitalvermögen aufgeführt. Diese Anlage muss ausgefüllt werden, wenn die Einnahmen über 1.601,00 Euro bei Alleinstehenden bzw. 3.202,00 Euro bei gemeinsam Veranlagten lagen. Bei Einnahmen unter dieser Grenze ist sie auszufüllen, wenn Körperschaftsteuer gutgeschrieben wurde oder ein Steuerabzug vom Kapitalertrag (beispielsweise Zinsabschlag) vorgenommen wurde, weil z. B. kein Freistellungsauftrag bzw. der Freistellungsauftrag nicht in ausreichender Höhe gestellt wurde.
Anlageausschuss
Seine Aufgabe besteht in der Beratung der Kapitalanlagegesellschaft (KAG). Ihm kommt keine Entscheidungsbefugnis zu, sondern er berät die KAG lediglich bei der Auswahl der zu erwerbenden oder zu veräußernden Vermögensgegenstände.
Anlageberater
Personen, die Anlegern gewerbsmäßig Empfehlungen zum Kauf, zum Halten oder zum Verkauf bestimmter Kapitalanlagen geben.
Anlagegrundsätze
Siehe Anlagepolitik
Anlagehorizont
Die Dauer einer Investition. Anleger werden iIhre Investitionsentscheidung mit einem zeitlichen Ziel verbinden. Der Anlagehorizont bezeichnet dabei die voraussichtliche Dauer des Investments. Unterschieden wird nach kurzfristig (Anlagen bis zu einem Jahr), mittelfristig (Anlagen zwischen einem und drei Jahren) und langfristig (Anlagen zwischen drei und fünf Jahren).
Anlagekonto
Konto, das ausschließlich für den Erwerb und die Verwahrung von Fondsanteilen bestimmt ist und es dem Anleger ermöglicht, durch Einzahlungen in beliebiger Höhe und beliebigen Zeitabständen Investmentanteile zu erwerben. Merkmale: stückweise Kontoführung, Gutschrift auch von Anteilbruchteilen, kostenlose oder kostengünstige Wiederanlage der Gesamtausschüttung. Die SEB bietet in Deutschland das kostenlose SEB Investmentdepot und in Luxemburg das Lux-Invest-Anlagekonto an.
Anlagepolitik
Die Anlagepolitik bestimmt die Details der Anlage – entsprechend den Anlagezielen (hohe Ausschüttungen, hohe Kurschancen etc.) und dem Fondstyp (Aktien-, Rentenfonds u. a.). Sie umfasst u. a. die Auswahl der Wertpapiere nach Wertpapierarten sowie nach Ländern und Branchen, die Festlegung der Kauf- und Verkaufszeitpunkte und die Bestimmung des Anteils einzelner Wertpapiere am Fondsvermögen und der liquiden Mittel.
Anlagerendite
Der gesamte Wertzuwachs in Prozent innerhalb einer bestimmten Zeitperiode. Er setzt sich zusammen aus dem Kursgewinn und den erfolgten Ausschüttungen. Bei Kursverlusten vermindert sich der Verlust um die ausgeschütteten Beträge.
Anlagerichtlinien
Anlagerichtlinien sorgen dafür, dass jeder Fonds eine gewisse Mindestrisikostreuung hat und keine unüberschaubaren Risiken (etwa durch Spekulation über Derivate) eingeht. Sie sind sowohl im Investmentgesetz, als auch in den Verkaufsprospekten geregelt.
Anlegerschutz
Grundgedanke des Investmentgesetzes (InvG), um den Anleger vor Vermögensverlusten oder nicht kalkulierbaren Risiken zu schützen.
Anleihebonität
Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines Schuldners (Emittenten) und gilt als Maßstab für die Sicherheit einer Anleihe. Bei einer Anleihe mit hoher Bonität kann der Anleger davon ausgehen, dass die jährlichen Zinsen und der Schuldbetrag mit großer Sicherheit zurückbezahlt werden. Die internationale Ratingagentur Standard & Poor‘s überprüft regelmäßig die Bonität zahlreicher Schuldner, da sich diese aufgrund von Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen und unternehmens-spezifischen Umfeld im Zeitablauf ändert. Die
Abstufungsmöglichkeiten bei Standard & Poor’s reichen von AAA (sehr gute Bonität) bis D (sehr schlechte Bonität). Kategorisiert werden Anleihen in investmentwürdige Anleihen (Investment Grade: AAA, AA, A, BBB), hochverzinsliche Risikoanleihen (High Yield Bonds: BB, B, CCC) und Anleihen, bei denen Zahlungsausfälle unmittelbar bevorstehen (Zahlungsgefährdet: CC, C, D). Die Abstufung von AA bis C können jeweils noch mit einem Plus (+) oder Minus (-) verfeinert werden, um ihre relative Position innerhalb der Kategorien anzuzeigen.
Ansparplan
Der Ansparplan ermöglicht den flexiblen Vermögensaufbau. Regelmäßige oder unregelmäßige Einzahlungen werden in Anteilen des Offenen Immobilienfonds angelegt. Die Ausschüttung wird automatisch zum Anteilwert wieder angelegt.
Anteil
Auch: Fondsanteil. Kleinster Teil des Fondsvermögens, über den ein Anteilschein ausgestellt ist. Zum Wert des Anteils, siehe Anteilwert.
Anteilklasse
Ein Zielfonds kann mehrere Anteilklassen haben. Diese unterscheiden sich vor allem in der Kombination der verschiedenen Kostenbestandteile.
Anteilschein
Auch: Investmentzertifikat. Wertpapier, in dem die Ansprüche des Anteilinhabers gegenüber der Kapitalanlagegesellschaft verbrieft sind. Die Anteilscheine lauten über einen oder mehrere Anteile. Der Anteilschein besteht aus zwei Teilen, dem Mantel (eigentliche Urkunde) und dem Bogen. Der Bogen enthält nummerierte Ertragsscheine, die zum Empfang der Ausschüttung berechtigen, dazu einen Erneuerungsschein zum Bezug eines neuen Bogens.
Anteilwert
Der Wert eines Anteils errechnet sich aus dem Wert des Fondsvermögens, dividiert durch die Gesamtzahl der ausgegebenen Anteile, und ist abhängig vom Börsenkurs der zum Fondsvermögen gehörenden Wertpapiere. Der Anteilwert wird börsentäglich errechnet und veröffentlicht, er entspricht dem Preis, den der Anleger bei Rückgabe seiner Anteile erhalten würde (Rückgabepreis). Anteilwert plus Ausgabeaufschlag ergeben den Ausgabepreis, der ebenfalls börsentäglich veröffentlicht wird.
Anti-Takeover
Strategien, die durch das Management initiiert werden und der Abwehr einer oebernahme dienen sollen; bspw. „Crown Jewel Defence” bei der profitable Unternehmenssparten in eine nicht übernahmefähige Gesellschaft ausgegliedert werden.
Antizyklisch
Spekulationen gegen den Trend an der Börse ist als antizyklisches Anlageverhalten zu bezeichnen. Bei fallenden Kursen werden Börsianer eher kaufen und bei steigenden Kursen verkaufen.
(Gegenteil: Prozyklisch)
Arbeitnehmersparzulage
Jeder Arbeitnehmer kann unabhängig von der Höhe seines Einkommens vermögenswirksam anlegen (siehe Vermögenswirksame Leistungen, auch VL abgekürzt). Beträgt das zu versteuernde Einkommen maximal 17.900,00 Euro bei Alleinstehenden bzw. 35.800,00 Euro bei gemeinsam Veranlagten, so erhält der Anleger für vermögenswirksame Leistungen eine Arbeitnehmersparzulage. Die Arbeitnehmer-Sparzulage auf vermögenswirksame Leistungen ist im Rahmen der Steuererklärung zu beantragen. Die Investmentgesellschaften erstellen auf Verlangen ihren VL-Anlegern eine Bescheinigung über die eingezahlten vermögenswirksamen Beiträge, die der Erklärung beizufügen ist. Gezahlt wird die festgesetzte Zulage nicht wie in der Vergangenheit jährlich, vielmehr werden alle gewährten Einzelzulagen komplett mit Ablauf der Sperrfrist an die Investmentgesellschaft oder das Kreditinstitut, das die VL-Konten führt, überwiesen.
Zum 1. April 2009 wurde die Arbeitnehmer-Sparzulage für Aktienfonds von 18 auf 20 Prozent auf den Sparbetrag von maximal 400 Euro pro Jahr angehoben. Gleichzeitig wurden die Einkommensgrenzen, bis zu denen die Arbeitnehmer-Sparzulage gezahlt wird, für Ledige von 17.900 auf 20.000 Euro und für Verheiratete von 35.800 auf 40.000 Euro angehoben.
Arbitrage
Das systematische Ausnutzen von Kursunterschieden. Wenn der Dollar in New York weniger kostet als in Frankfurt, kaufen die Arbitrageure Dollars in New York und verkaufen sie zeitgleich in Frankfurt. Bei Fonds sind Arbitrage-Geschäfte möglich, wenn Anleger wissen, wie sich der Anteilwert entwickelt, sie aber noch zum alten Preis handeln können.
AS-Fonds
Zielfonds zum Zwecke der individuellen Altersvorsorge. AS-Fonds haben überwiegend in Substanzwerte (Aktien, Immobilien) zu investieren. Erträge müssen thesauriert werden.
Asset-Allocation
Die strategische Aufteilung des verfügbaren Kapitals auf verschiedene Anlageinstrumente: Aktien, Obligationen und Geldmarktinstrumente. Die Anlagen werden anschließend ggf. auf verschiedene Regionen und Währungen aufgeteilt. „Asset” ist ein anderes Wort für die Anlagen, die Investmentfonds im Rahmen eines Portfolios getätigt haben.
Ausgabeaufschlag
Gebühr, die für den Anleger nur beim Kauf von Fondsanteilen anfällt und hauptsächlich zur Deckung der Beratungs- und Vertriebskosten dient.
Ausgabepreis
Preis, zu dem Anleger Investmentfondsanteile kaufen können. Die Höhe des täglich ermittelten Preises ergibt sich aus dem Anteilwert zuzüglich des Ausgabeaufschlags. Der Ausgabepreis wird in der Regel börsentäglich ermittelt und veröffentlicht.
Ausländische Quellensteuer
Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer.
Regelung bis zum 31.12.08 und letztmalig für die Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2008, die in 2009 erstellt wird, gelten folgende Regeln:
In verschiedenen Ländern unterliegen die Erträge von Wertpapieren einer Quellensteuer. Investmentfonds, die solche Papiere in ihrem Portfolio halten, erhalten die Erträge gemindert um diese Quellensteuer. Der Fonds kann die im jeweiligen Ausschüttungsland einbehaltene Quellensteuer nicht anrechnen. Über die einbehaltene anrechnungsfähige Steuer wird eine Bescheinigung ausgestellt. Die Anleger können sich damit im Rahmen ihrer Steuerveranlagung – einzutragen in die Anlage AUS – die auf die ausländischen Bruttoerträge einbehaltene Quellensteuer anrechnen beziehungsweise bei der Ermittlung des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte auf Wunsch abziehen lassen. Eine Erstattung aufgrund eines Freistellungsauftrags oder einer Nichtveranlagungsbescheinigung ist nicht möglich.
Ausländischer Bruttoertrag
Seit dem 1. Januar 2009 gilt die Abgeltungsteuer.
Regelung bis zum 31.12.08 und letztmalig für die Steuererklärung für den Veranlagungszeitraum 2008, die in 2009 erstellt wird, gelten folgende Regeln:
Ausländische Bruttoerträge sind Erträge, die Investmentfonds aus ausländischen Anlagen beziehen. Diese unterliegen – sofern sie nicht von inländischen Steuern freigestellt sind – ebenfalls der Besteuerung. Wurde auf diese Erträge bereits eine ausländische Quellensteuer einbehalten, kann diese bei deutschen Fonds auf Antrag (Anlage AUS) auf die Einkommensteuer angerechnet werden bzw. bei Ermittlung der Gesamteinkünfte abgezogen werden.
Ausschüttung
Meist werden bei Fonds die ordentlichen und ggf. außerordentlichen Erträge einmal jährlich vom Fondsverwalter an den Anleger in Form einer Ausschüttung weitergegeben. Ordentliche Erträge setzen sich je nach Fonds aus Dividenden, Zinsen oder Mieten zusammen, außerordentliche Erträge enthalten Gewinne aus der Veräußerung von Wertpapieren oder Grundstücken. Genau wie bei Aktien bewirkt eine Ausschüttung einen Rückgang des Fondspreises. Und zwar wird am Tag der Ausschüttung (Ex-Tag) der Ausschüttungsbetrag dem Fondsvermögen entnommen, wodurch sich bei einer gleichbleibenden Anzahl von Anteilen ein niedrigerer Fondspreis errechnet. Handelt es sich dagegen um einen thesaurierenden Fonds, dann werden die Erträge nicht direkt an den Anleger ausgeschüttet. In diesem Fall werden die Erträge automatisch in dem Fonds des Anlegers neu investiert. Die Ausschüttung eines Investmentfonds setzt sich zusammen aus einem zinsabschlagsteuerpflichtigen Anteil, sonstigen Erträgen sowie bei deutschen Fonds mit inländischen Aktien gegebenenfalls noch einer Körperschaftsteuergutschrift.
Ausschüttungsgleicher Ertrag
Siehe Thesaurierung
Auszahlplan
Auch Entnahmeplan. Bei einem Auszahlplan erhält der Anleger aus einem bestimmten Investmentvermögen (bei der SEB von 10.000,00 Euro an) regelmäßige Zahlungen. Der auszuzahlende Betrag wird durch den Verkauf der entsprechenden Anzahl von Anteilen finanziert. Die Anleger lassen sich entweder ihr Kapital plus Erträgen über einen festgesetzten Zeitraum auszahlen (Auszahlplan mit Kapitalverzehr), oder sie entnehmen ausschließlich die Kapitalerträge auf unbegrenzte Zeit (Auszahlplan mit Kapitalerhalt). Auszahlpläne sind besonders als zusätzliche Altersversorgung geeignet. Zuzahlungen, zusätzliche Auszahlungen oder die Auflösung des Investmentdepots sind jederzeit möglich.
BAFin
Siehe Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin).
Baisse
Anhaltendes Fallen der Wertpapierkurse.
Barausschüttung
Siehe Ausschüttung
Bärenmarkt
Marktphase, die durch fallende Kurse gekennzeichnet ist.
Barreserve
Liquidität verschafft Spielraum. Es ist immer gut, Rücklagen zu halten – um jederzeit richtig reagieren zu können. Deshalb kann ein Teil des Fondsvermögens oft in Bankguthaben oder Geldmarktpapieren gehalten werden. Auf diese Weise können Anlagechancen flexibel genutzt werden. Auch das Bedienen von Anteilrückgaben ist damit gesichert.
Die Rahmenbedingungen
Die Höhe der Liquidität wird durch die Vertragsbedingungen begrenzt. Diese sind im Verkaufsprospekt festgehalten. Weitere Einflüsse sind der Ausschüttungstermin, die Anteilrückgaben und die Börsensituation. Laut InvG darf ein Fonds – außer kurz nach der Auflegung – höchstens 49 % Liquidität halten.
Benchmark
Die Benchmark ist der Vergleichsmaßstab für den Investmentfonds. Es sollte sich idealerweise um ein ungemanagtes Wertpapierportfolio handeln, das in die gleichen Werte wie der Fonds anlegt und frei zugänglich ist. In der Regel werden Börsenindizes verwendet. Die Benchmark dient dazu, die Leistung des Fondsmanagers neutral zu beurteilen.
Beta-Faktor
Der Beta-Faktor misst die Stärke des Zusammenhangs zwischen Kursschwankungen eines Investments im Verhältnis zu seinem Vergleichsmarkt (Benchmark). Ist der Beta-Faktor positiv, bewegen sich Fondspreis und Vergleichsmarkt in der Regel in die gleiche Richtung, bei negativem Beta in entgegen gesetzte Richtung. Ist der Betrag des Beta-Faktors größer Eins, fallen die Kursschwankungen des Fonds meist stärker aus, als die Bewegungen des Vergleichsmarkts. Ist der Betrag des Beta-Faktors kleiner Eins, so unterliegt der Fonds weniger starken Schwankungen als die Benchmark. Steigt beispielsweise der Vergleichsindex an, so dürfte der Fondspreis bei positivem Beta-Faktor ebenfalls ansteigen, bei einem Beta-Faktor größer Eins sogar überproportional, während er bei negativem Beta-Faktor in der Regel fällt.
Blue Chips
Gebräuchliche Bezeichnung für Aktien substanz- und ertragsstarker Unternehmen mit einer hohen Börsenkapitalisierung und entsprechend hohem Marktgewicht. In Deutschland sind die Blue Chips im Index DAX zusammengefasst.
Bogen
Siehe Anteilschein
Bonds
Festverzinsliche Wertpapiere bzw. Rentenpapiere.
Bonität
Die Zahlungsfähigkeit.
Wo es um Kredite geht, steht die Zahlungsfähigkeit des Schuldners im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Dies gilt auch im Investmentbereich für die Emittenten von Anleihen. Deren Bonität unterliegt beständiger Beurteilung. Diese Beurteilung heißt Rating.
Geringe Bonität EUR" hoher Zinssatz.
Bei Anleihen hat die Bonität einen entscheidenden Einfluss auf die Höhe des Zinssatzes, den die Emittenten zahlen. Schwellenländer zahlen in der Regel höhere Zinsen auf ihre Anleihen. Wenn das Fondsvermögen aus Anleihen besteht, wird die Bonität als Kriterium der Investition besonders wichtig.
Börse
Handelsplatz für Waren und Wertpapiere. In Deutschland gibt es Börsen in Berlin, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.
Bottom-Up-Ansatz
„Bottom-up” bezeichnet beim Investment die Analyse „von unten nach oben”: Erst werden die einzelnen Unternehmen ausführlich untersucht, bevor die Aussichten ganzer Branchen und Marktregionen betrachtet werden.
Branchenfonds
Wertpapierfonds, der nur in Wertpapiere einer bestimmten Branche investiert.
Bruttodividende
Ausschüttung plus Gutschrift.
Die Bruttodividende ist der Betrag, den ein Unternehmen als Dividende zuzüglich der Körperschaftsteuergutschrift ausschüttet. Die Bruttodividende wird in der Hauptversammlung festgesetzt.
Bullenmarkt
Marktphase, die durch steigende Kurse gekennzeichnet ist.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin)
Investmentgesellschaften sind Spezialkreditinstitute und unterliegen der Aufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin).
Die Bundesbehörde erteilt den Kreditinstituten die Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb und hat u. a. darüber zu wachen, dass die Investmentgesellschaften die Vorschriften des Gesetzes über das Kreditwesen und des Gesetzes über Kapitalanlagegesellschaften einhalten.
BVI
Siehe (Bundesverband Investment und Asset-Management e.V.)
BVI Bundesverband Investment und Asset-Management e.V.
(BVI) Gegründet am 25. März 1970 in Frankfurt am Main. Im BVI sind nahezu alle deutschen Investmentgesellschaften zusammengeschlossen. Die Hauptziele des BVI: die Förderung des Investmentgedankens und die Wahrung der gemeinsamen Belange seiner Mitglieder.
BVI-Formel
Siehe Wertentwicklung
BVI-Methode
Dies ist jene Methode, die sich in Deutschland zur Performanceberechnung allgemein durchgesetzt hat. Dabei werden alle laufenden Gebühren auf Fondsebene in das Ergebnis miteinbezogen. Gebühren, die nicht auf der Fondsebene entnommen werden, sondern die der einzelne Anleger zahlt, bleiben unberücksichtigt. Weitere Informationen zur Wertentwicklungsberechnung von Investmentfonds nach der BVI-Methode finden Sie auf der BVI-Website im Bereich Statistikwelt.





